Deichverstarkungen in Zeeland
Das Projektbüro Zeeweringen (=Küstenbefestigungen) verstärkt die seeländischen Deiche. Die Deichverkleidung vieler Deiche entlang der Oosterschelde und der Westerschelde ist nicht stark genug. Bei einem sogenannten Supersturm können Steine oder Beton losgerissen werden. Die Verstärkung ist deshalb notwendig, um Seeland und andere Teile der Niederlande gegen Überschwemmungen zu schützen.
Das Projektbüro besteht seit 1997 und ist eine Arbeitsgemeinschaft zwischen der obersten Straßen- und Wasserbehörde (Rijkswaterstaat) und den zwei seeländischen Wasserverbänden. In 2015 muss das Büro insgesamt 325 Kilometer Deich verstärkt haben. Zurzeit ist etwa die Hälfte der Arbeit getan.
Supersturm
Die Steinverkleidung eines Deichs ist stark genug, wenn dieser die Wellen während eines Supersturms problemlos aus halten kann. Das Hochwasserschutzgesetz schreibt vor, wie stabil ein Deich und die Steinverkleidung sein müssen. Die Norm ist basiert auf dem Schaden, den ein Sturm in einem Gebiet anrichten kann. In Seeland ist diese Sicherheitsnorm 1:4000. Anders ausgedrückt muss ein Deich einen Supersturm, der durchschnittlich einmal in 4000 Jahren vorkommt, aushalten können. Zum Vergleich: Der Sturm von 1953 kommt statistisch gesehen einmal in 250 Jahren vor.
Steinverkleidung
Ein Deich besteht aus einem Fundament aus Sand. Um zu verhindern, dass dieses Fundament weggespült wird, wird es mit einer Schicht Lehm und einem Filtertuch abgedeckt. Darüber wird eine Schicht Steine oder Beton angebracht, die eventuell asphaltiert wird. Diese Steinverkleidung muss die schlimmsten Wellenschläge auffangen.
Die moderne Steinverkleidung besteht aus einer Konstruktion von Beton oder Bruchstein. Früher wurden oft Stein- und Betonsorten verwendet, die nicht mehr schwer genug sind. Das Projektbüro Zeeweringen ersetzt oder verstärkt deshalb diese Verkleidung. Wo dies möglich ist, werden bestehende Betonblöcke so viel wie möglich wieder verwendet, indem sie gekippt werden.
Straffe Planung
In den vergangenen Jahren wurde eine beträchtliche Anzahl Deichfächer zur Arbeit hinzugefügt. Aber die Deadline von 2015 steht fest. Deshalb arbeitet das Projektbüro nach einem straffen Plan.
Jedes Jahr wird die Verstärkungsarbeit an ungefähr 10 Deichfächern ausgeführt. Dies geschieht zwischen dem 1. April und dem 1. Oktober. Der Rest des Jahres gilt als Sturmsaison und während dieser Zeitspanne dürfen die Deiche nicht aufgetrocken werden.
Gleichzeitig findet die Vorbereitung und Ausführung von ca. 25 anderen Deichfächern statt. Hier spielen Sachverhalte eine Rolle wie die Inventarisierung von Flora und Fauna auf einem Deich, die technische Prüfung, die Anträge auf Bewilligung, der Entwurf und die Wartung.
Verschiedene Interessen
Auch die Planung von einzelnen Deichfächern ist eine Herausforderung wegen der vielen – oft widersprüchlichen – Interessen. Mensch, Pflanzen und Tiere benötigen alle ihre eigene Aufmerksamkeit. Es darf nur während sechs Monaten pro Jahr an den Deichen gearbeitet werden. Dies ist ausgerechnet die Zeitspanne, in der Pflanzen blühen, Vögel brüten und Menschen sich in der Natur erholen. So kommt es vor, dass ein Campingplatzbesitzer nicht will, dass nach dem 1. Juli noch gearbeitet wird, weil dies die Ruhe der Campinggäste zu sehr stören würde. Aber in demselben Deichfach darf nicht gearbeitet werden, bevor eine bestimmte Vogelart dort ausgebrütet hat. Dies erfordert viele Beratungen und eine gute Absprache mit allen betroffenen Parteien.
Mehr Information
Wollen sie wissen, wie die genaue Planung der Arbeiten des Projektbüros aussieht, oder haben Sie vielleicht eine andere Frage? Besuchen Sie dann die Website des Projektbüros Zeeweringen: www.zeeweringen.nl.
Naar boven
